Weiterbildung TSY -
traumasensibles Yoga


Traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren im Körpergedächtnis. Traumasensibles Yoga (TSY) ist ein körperorientierter therapeutischer Ansatz, der auf dem klassischen Hatha-Yoga basiert und einen wichtigen Beitrag leisten kann, um lebensfeindliche Spuren in Körper und Seele zu heilen. Die besondere Chance liegt in der Stabilisierung, der Anregung von Selbstwirksamkeit und der Harmonisierung des psychovegetativen Systems. Dies ist von Traumaforschern bereits nachgewiesen worden.

Die Fortbildung umfasst vier aufeinander aufbauende Wochenenden. Es wird erlernt, wie Hatha-Yoga so adaptiert werden kann, dass es als traumasensibel zu bezeichnen ist. Die Teilnehmer gewinnen einen Überblick über die komplementären Beziehungen zwischen Yoga und Trauma. Die Verbindung des Bewusstseins mit den körpereigenen Ressourcen in einem achtsamen Üben ermöglicht in der Regel grundlegende stabilisierende Erfahrungen. Andererseits können jedoch auch Triggerpunkte aktiviert werden, die Verständnis und sensibles Begleiten erfordern. Eine achtsame Wahrnehmung und Mentalisierung von Körpersensationen hilft Ohnmacht und Schmerzerlebnisse langsam zu verwandeln und zu integrieren.

Die Dozenten, die ihre Kompetenz in unterschiedlichen Einsatzfeldern gewonnen haben, stellen ihren Erfahrungsschatz vor ihrem jeweiligen speziellen beruflichen Hintergrund vor. Nähere Beschreibung der Dozenten und ihres beruflichen Hintergrundes finden Sie auf der Seite www.traumasensiblesyoga.de. Dort finden Sie auch neben den Anmeldevoraussetzungen, Preisen und genauen Örtlichkeiten ein digitales Formblatt.

Einführungsmodul

Erstes unverbindliches Schnupperwochenende der beginnenden Ausbildung in TSY (www.traumasensiblesyoga.de), In diesem Einführungswochenende werden die Teilnehmer mit den tief greifenden Auswirkungen, die ein Trauma im Körper des Betroffenen auslöst, vertraut gemacht. Gleichzeitig werden relevante Wirkweisen des Yoga vorgestellt, die für traumatisierte Menschen stabilisierende und heilsame Antworten bereithalten. Erkenntnisse aus dem Bereich der westlichen und östlichen Psychosomatik sowie der Yogalehre mit dem cosha-Modell, den Upanishaden und dem 8- stufigen Weg des Patanjali werden in Beziehung zueinander gebracht. Die Relevanz des Körpergedächtnisses für die Gestaltung des Yoga-Unterrichts wird deutlich.

Wenn durch Entspannung alte Wunden aufbrechen, kann dies die Chance für einen tief greifenden Heilungsprozess sein. Solche Trigger-Situationen verlangen achtsame und sensible Begleitung. Ein Bewusstsein über die unterschiedliche Funktionsweise der drei Schichten des Nervensystems, die jeweils einen unterschiedlichen Zugang verlangen, ist dabei sehr hilfreich.

Die Teilnehmer gewinnen Verständnis und mehr Sicherheit im Umgang mit den unterschiedlichen Lebensgeschichten, die in eine Yogastunde mitgebracht werden.


Erstes Aufbaumodul

In diesem Modul können Erfahrungen aus dem Einführungswochenende vertieft und in Selbsterfahrung erprobt werden. Die Wechselwirkungen von Bewegung, Atem und Bewusstsein werden erforscht und besprochen. Unter der besonderen Berücksichtigung der Auswirkungen von Trauma werden spezielle Pranayamatechniken, Asanas und Sequenzen vermittelt. Es wird näher auf die feinstoffliche Ebene eingegangen, so dass die eigenen Energieströme besser wahrgenommen werden können. Dies schult die Präsenz und das Wahrnehmen von Dissoziationen bei traumatisierten Teilnehmern in Yogakursen. Es werden Stabilisierungstechniken und Resilienzfaktoren zur Ressourcierung vorgestellt. So kann der Yogaunterricht insgesamt sicherer für die Teilnehmer gestaltet werden. Es werden Elemente aus der Ego-State-Theorie und der Sensomotorik einfließen.


Zweites Aufbaumodul
In diesem zweiten Aufbaumodul gewinnen Yogalehrer mehr Sicherheit und Kompetenz für so genannte Trigger-Situationen, in denen bei einzelnen Teilnehmern durch Entspannung alte Wunden aufbrechen. Solche Situationen verlangen eine gute Balance zwischen Sofort-Maßnahmen für den/die Betroffene und Betreuung der Restgruppe. Es wird vermittelt, wie der Trauma-Verarbeitungsprozess im Wechsel zwischen Auftauchen und Wieder-sinken-lassen stattfindet. Verschiedene Möglichkeiten für ein sensibles Begleiten werden angeboten und erprobt. Um den Betroffenen auf der Bewusstseinsebene zu erreichen, auf der er sich in diesem Moment befindet, ist ein Verständnis der Spiegelneurone hilfreich. Stabilisierungs-, Zentrierungs- und Erdungsübungen, die das hohe Erregungsniveau wieder auf ein gesundes Maß reduzieren, werden vorgestellt und erprobt. Ein Yogalehrer, der Sicherheit und Kompetenz ausstrahlt und die Ruhe bewahrt, kann den Yogaunterricht für alle Teilnehmer entwicklungsförderlich gestalten und die Krisensituation in die Chance zu einer tief greifenden Heilung und Integration verwandeln.


Drittes Aufbaumodul
In diesem dritten Aufbaumodul gewinnen die Teilnehmer mehr Sicherheit und Kompetenz für sich selbst. Im Aufbaumodul 2 wurde Sicherheit und Kompetenz dafür vermittelt, dass der Yogalehrer oder Psychotherapeut auf den Teilnehmer angemessen eingehen kann, wenn beim Teilnehmer des Yoga-Unterrichts eine Trigger Situation vorliegt. Im Aufbaumodul 3 geht es jetzt um den Yogalehrer bzw. Psychotherapeuten selbst. Wie kann er/sie mit sich selbst arbeiten, wenn er sich selbst getriggert fühlt. Welche Methoden aus dem Yoga sind dafür geeignet, woran erkennt der Yogalehrer für sich selbst, an welchem Punkt des Prozesses er steht und welche Möglichkeiten hat er genau an dem Punkt, wo er sich jetzt gerade befindet. Auch hier wird vermittelt, wie der Trauma-Verarbeitungsprozess im Wechsel zwischen Auftauchen und Wieder-sinken-lassen stattfindet. Im Aufbaumodul 3 lernt der Teilnehmer das Gelernte auch für sich selbst anzuwenden. Hierzu werden insbesondere die Schritte nach Patanjali pranayama, pratyahara, dharana, dhyana und samadhi eingesetzt. Der Bezug dieser einzelnen Schritte nach Patanjali als Weg zu sich selbst soll aufgezeigt und erfahren werden. Um mit traumatischen Energien bei sich selbst umgehen zu können werden in diesem Aufbaumodul besonders wirksame Erdungsmethoden praktiziert, so dass für hinreichend Sicherheit und Vertrauen während des Aufbaumoduls gesorgt wird. Erst die Arbeit an sich selbst ermöglicht es, sicher und kompetent in der Arbeit mit einer Gruppe sein zu können, wenn einzelne Teilnehmer getriggert sind.
Nähere Beschreibungen auf www.traumasensiblesyoga.de
Anmeldung: hier oder Joachim Pfahl, info@yoga-und-meditation.de


Auf mehrfach geäußerten Wunsch bieten wir seit Sommer 2015 auch Supervisionswochenenden für Teilnehmer unserer Modulreihe an. An diesem Wochenende besteht die Möglichkeit, einen Yogaunterricht, eine Psychotherapiestunde oder Yogaeinzelunterricht supervidieren zu lassen. Die Supervision orientiert sich an den Leitlinien des traumasensiblen Yoga. Innerhalb dieses Rahmens kommen Methoden des Yoga, der Körperpsychotherapie, der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie gleichermaßen zum Einsatz. Diese Methoden werden nicht konkurrierend gegenüber, sondern sinnvoll sich ergänzend eingesetzt. Die Dozenten und Supervisoren des traumasensiblen Yoga haben in gemeinsamer Arbeit diese methodenübergreifende Supervision entwickelt, sodass die jeweils spezifische Kraft der persönlichen Erfahrung mit einfließt. Neben der Möglichkeit, dass die Supervisanden ihre Fälle vortragen, werden immer wieder auch Fälle von Supervisoren vorgetragen, so dass die Detailarbeit des traumasensiblen Yoga immer sicherer und klarer wird. Bewegung und Theorieunterricht spielen an diesen Wochenenden eine eher untergeordnete Rolle, fließen jedoch im Rahmen von sinnvollem Bedarf gelegentlich mit ein.

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Kontakt:        
eMail: reginaweiser@web.de


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