Fortbildungsangebote -
Traumasensibles Yoga - TSY ingradual


Seit Mai 2007 bin ich im Austausch mit der Kollegin Angela Dunemann, die ebenfalls Therapeutin und Yogalehrerin ist. Wir trafen uns auf einer Tagung zum Thema „Körperpotenziale in der Traumatherapie“ und stellten fest, dass wir beide bereits seit einiger Zeit das heilsame Potenzial von Yoga in die therapeutische Begleitung von traumatisierten Menschen einfließen lassen. Unsere Gespräche führten zu dem gemeinsamen Buch „Yoga in der Traumatherapie“, das im Frühjahr 2010 bei Klett-Cotta erschienen ist. Wir begegneten in der Folgezeit immer häufiger Kolleginnen und Kollegen, die für sich privat Yoga üben und sich durch unser Buch ermutigt fühlten, diese Kraftquelle auch für ihre therapeutische Arbeit zu nutzen.

Seit November 2013 haben wir uns zu dritt zu einem Expertenteam zusammengeschlossen und bieten eine Fortbildung für PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen, KörpertherapeutInnen oder YogalehrerInnen an (siehe
www.traumasensiblesyoga.de). Die Fortbildung umfasst drei Module und sensibilisiert den Blick für die Besonderheiten von Menschen mit Traumafolgestörungen. Ein Verstehen der körperlichen, seelischen und geistigen Wirkungen eines traumatisierenden Ereignisses macht deutlich, welche Hilfestellungen Yoga gerade auf diesen drei Ebenen bieten kann und wie KlientInnen in Krisensituationen achtsam begleitet werden können.

TeilnehmerInnen, die sich ihre eigenen Verletzungen achtsam anschauen wollen, haben seit 2017 die Möglichkeit, in einer darauf aufbauenden etwa zweijährigen Trauma-Yoga-Therapie (TYT) Ausbildung sechs weitere Modulen zu buchen. Hierbei kann ierbeiHHin der schützenden Atmosphäre einer festen Gruppe geübt werden, eigene Verletzungen und Traumatisierungserlebnisse samt den emotionalen und kognitiven Wirkungen achtsam wahrzunehmen und als integrierten Teil der eigenen Biographie zunächst zu akzeptieren. So können in der Vergangenheit erlebte Wunden zu einer inneren Kraftquelle werden. Die Arbeit an Fallbeispielen wird ebenfalls genügend Platz haben. Es besteht die Möglichkeit, ein Yogakursangebot, eine Psychotherapiestunde oder einen Yogaeinzelunterricht supervidieren zu lassen. Die Ausbildung befähigt, traumasensibles Yoga mit unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Flüchtlingen, Gefängnisinsassen, Soldaten) zu praktizieren. Die Vernetzung der Teilnehmer untereinander und eine gemeinsame Weiterentwicklung des traumaspezifisch körpertherapeutischen Angebots innerhalb der Ausbildungsgruppe ist uns ein wichtiges Anliegen.

Die Bedeutung von Yoga, Meditation und Achtsamkeit wird immer mehr von Kliniken und anderen therapeutischen Einrichtungen erkannt, nicht zuletzt auch durch die vielen wissenschaftlichen Studien und Veröffentlichungen der vergangenen Jahre: Die Wirkung lässt sich mittlerweile auch in Längsschnittstudien nachweisen. Strukturelle und funktionelle Hirnscans machen deutlich: Wir haben die Möglichkeit, auch unsere körperliche Materie bis zu einem gewissen Grad selbst zu gestalten. Nähere Beschreibung der Dozenten und ihres beruflichen Hintergrundes finden Sie auf der Seite www.traumasensiblesyoga.de. Dort finden Sie auch neben den Anmeldevoraussetzungen, Preisen und genauen Örtlichkeiten ein digitales Formblatt.

Zur Integration in die psychotherapeutische Praxis siehe auch: Deutsches Ärzteblatt Jg.113, Heft 12, 25.März 2016.



Was ist traumasensibles Yoga?


Traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren im Körpergedächtnis. Gerade durch Entspannungsübungen können alte Wunden wieder auftauchen. Traumasensibles Yoga (TSY) ist ein körperorientierter therapeutischer Ansatz, der auf dem klassischen Hatha-Yoga basiert und die Besonderheiten von Menschen im Blick hat, die schwere Traumata erlebt haben. Die Ausrichtung ist wahrnehmungsorientiert, nicht leistungsorientiert. Die Wechselwirkungen von Bewegung, Atem und Bewusstsein werden erforscht und besprochen. Die Aufmerksamkeit wird sowohl auf die eigenen Ressourcen wie auf die eigenen Grenzen gelegt. Durch Nachspüren der Wirkung einer Übung wird die Selbstwirksamkeit gestärkt. Die Verbindung des Bewusstseins mit den körpereigenen Ressourcen in einem achtsamen Üben ermöglicht in der Regel grundlegende stabilisierende Erfahrungen. Wenn durch liebevolle Zuwendung zum Körper und seinen Bedürfnissen Triggerpunkte aktiviert werden, ist Verständnis und sensibles Begleiten wichtig. Trigger werden weder provoziert noch gemieden. Wenn sie auftauchen, will der Schmerz von damals gesehen werden. Die anerkennende Würdigung, dass es damals ganz schlimm war, lässt eine anfängliche Entspannung zu. Bei der Frage, was es heute braucht, um den Schmerz in der Vergangenheit lassen zu können, bietet Yoga einen reichhaltigen Handwerkskoffer an, in dem nach der individuell besten Passung Ausschau gehalten werden kann. Der Trauma-Verarbeitungsprozess findet im Wechsel zwischen Auftauchen und Wieder-sinken-lassen statt. Yoga kann in beide Richtungen unterstützend wirken. Stabilisierungs-, Zentrierungs- und Erdungsübungen, die das hohe Erregungsniveau wieder auf ein gesundes Maß reduzieren, werden vorgestellt und erprobt. Eine achtsame Wahrnehmung und Mentalisierung von Körpersensationen hilft Ohnmacht und Schmerzerlebnisse langsam zu verwandeln und zu integrieren.

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"Tu Deinem Körper Gutes,
damit Deine Seele Lust hat
darin zu wohnen“
(Terese von Avila)

 




























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